Die parenterale Ernährung

Die parenterale Ernährung ist eine besondere Form der künstlichen oder medizinischen Ernährung. Sie muss immer dann eingesetzt werden, wenn Patienten mehr als drei Tage lang nicht in der Lage waren, die für sie lebenswichtige Nahrung auf dem normalen Wege, also oral oder enteral einzunehmen. Würde nicht spätestens zu diesem Zeitpunkt die parenterale Ernährung eingesetzt werden, bestünde die Gefahr, dass der Patient verhungert oder verdurstet. Auch Mangelerscheinungen würden sich schnell bemerkbar machen.

Eine parenterale Ernährung ist deshalb vor allen Dingen dann anzuraten, wenn der Magen-Darm-Trakt erkrankt ist oder in diesem neue Verbindungen gelegt wurden, die in den ersten Tagen noch nicht übermäßig stark belastet werden dürfen. Die parenterale Ernährung stelle eine Ernährung dar, die intravenös direkt ins Blut geleitet wird. Sie versorgt den Körper des Patienten mit den wichtigen Stoffen aus der Nahrung, wie etwa Wasser, Elektrolyte, Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße, aber auch mit Vitaminen und Spurenelementen.

Die parenterale Ernährung wird in der Regel nur in der Klinik durchgeführt. In den eigenen vier Wänden findet sie, im Gegensatz zur enteralen Ernährung, kaum Anwendung, da die meisten Laien nicht richtig mit dieser Form der künstlichen Ernährung umgehen können oder die Patienten zu schwach sind, um bereits aus der Klinik entlassen zu werden. Dabei wird die parenterale Ernährung ohnehin von den Ärzten eingestellt werden müssen. Wichtig ist nämlich hierbei, dass die Patienten mit den wichtigsten Stoffen aus der Nahrung versorgt werden, dabei aber weder eine Unter- noch eine Überernährung stattfindet. Bei ersterer könnte es durch eine zu geringe Zufuhr der einzelnen Stoffe zu erheblichen Mangelerscheinungen und einem weiteren Abmagern der Patienten führen. Eine Überernährung durch die parenterale Ernährung hingegen sorgt schnell für ein stark ansteigendes Gewicht. Individuell festgelegt werden muss deshalb jede intravenöse Nahrungsgabe an Patienten, da diese je nach Krankheitsbild und -verlauf einen unterschiedlich hohen Energiebedarf aufweisen.

Die parenterale Ernährung kann ebenfalls nicht, wie allgemein vermutet, über die dünnen Armvenen gegeben werden, wenn sie länger verabreicht wird. Denn oftmals sind diese einfach nicht ausreichend, um den Körper entsprechend versorgen zu können. Die intravenöse Gabe der parenteralen Ernährung muss deshalb über eine der großen Körpervenen eingegeben werden. Auf Dauer wird hier häufig ein zentralvenöser Katheter eingesetzt. Bei den Armvenen würden binnen kurzer Zeit brennende Schmerzen auftreten und auch Entzündungen können sich hier vergleichsweise schnell bilden. Welche Form und welche Dosis die parenterale Ernährung bei den einzelnen Patienten aufweisen sollte, das ist jedoch immer eine Entscheidung des behandelnden Arztes. Und dieser kann seine Entscheidung auch immer erst dann treffen, wenn er den individuellen Einzelfall entsprechend überprüft hat.

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